Montag, 16. April 2018

Buch-Zitat des Tages

https://www.magellanverlag.de/feine-b%C3%BCcher/jugendbuch/#cc-m-product-11153804498
aus: "Acht Städte, sechs Senioren, ein falscher Name und der Sommer meines Lebens" von Jen Malone (S. 71f.)

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Seit meiner Ankunft gestern habe ich das Hotel kein einziges Mal verlassen, was zugegebenermaßen ziemlich erbärmlich ist, aber zumindest verfüge ich jetzt über umfassende Erfahrung im Umgang mit dem Zimmerservice (zum Abendessen gab es wieder Burger und Pommes), dem Telefon und dem Fernseher. Und dank dem "Big Bang Theory"-Marathon, in den ich gestern reingezappt habe, ist auch das Rätsel gelöst, warum die Niederländer Englisch mit perfektem amerikanischen Akzent sprechen. Wenn man mich ließe, würde ich mich wahrscheinlich die zweiundzwanzig Tage bis zum Rückflug im Kras verschanzen, mir Essen bestellen und Sitcoms gucken.

Aber daraus wird wohl leider nichts. Bento tippt mich an und deutet mit dem Kinn auf die Tür hinter mir. Ich drehe mich auf meinem Stuhl um.

Es gibt doch diese Filmszenen, in denen sich die ungleichen Helden mit einem Mal zu einem Team zsuammenfinden und in Zeitlupe die Straße runtermarschiert kommen, während dazu laut der Soundtrack plärrt. Tja, und jetzt stelle man sich das Ganze mit sechs Rentnern vor. Nur dass sich hier, außer den alten Leuten selbst, nichts in Zeitlupe bewegt.

Etwa zwanzig Minuten später (na gut, vielleicht auch nur eine, die mir vorkam wie zwanzig) hat die Bande endlich den Tisch erreicht.

"Tagchen, junge Frau!", ruft ein wuchtiger Herr in einem "In Texas ist alles größer"-T-Shirt, das sich über seiner weihnachtsmannwürdigen Wampe spannt. "Sind Sie unsere furchtlose Anführerin?"

Ich lächele und holfe tief Luft.

Showtime.

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Freitag, 13. April 2018

Rezension: "Always and forever, Lara Jean" von Jenny Han

Daten zum Buch:
erschienen am: 12. März 2018
Verlag: Hanser
ISBN: 9783446258655                                         
336 Seiten
Preis: 16,00 € (SC)
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Zum Inhalt:
Das letzte Jahr an der High School ist angebrochen, und Lara Jean genießt es in vollen Zügen. Endlich ist sie glücklich liiert mit ihrem Schwarm Peter. Und auch ihr Vater hat nach all den Jahren als Witwer eine neue Liebe gefunden.

Voller Vorfreude schmiedet Lara Jean mit Peter Pläne für die gemeinsame Zeit am College. Doch dann kommt alles anders als erwartet und Lara Jean steht vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens.

Meine Meinung:
Bereits im ersten Band, „To all the boys I’ve loved before“, habe ich Lara Jean sowie ihre Familie und Freunde sofort ins Herz geschlossen. Und so habe ich mich natürlich sehr gefreut, dass es endlich weitergeht!

„Always and forever, Lara Jean“ schließt sich nathlos an den zweiten Band „P.S. I still love you" an. Bereits nach wenigen Seiten war ich wieder voll drin in Lara Jeans Welt, in der ich mich einfach pudelwohl fühle. Lara Jean ist so ein liebenswerter Mensch, und auch die meisten anderen Charaktere sind total sympathisch. Peter und Lara Jean sind ein zuckersüßes Paar. Man gönnt ihnen ihre Liebe wirklich von Herzen, und da in diesem Band doch so einige Umbrüche stattfinden – es ist ihr letztes High School-Jahr – habe ich immer ein bisschen gebibbert, ob die beiden zusammen bleiben, denn ich wollte partout nicht, dass sie sich trennen! (Ob dem letztendlich so ist, werde ich natürlich nicht verraten.)

Dank des leichten, lebendigen Schreibstils bin ich förmlich durch das Buch geflogen. Auch wenn die Geschichte nicht sonderlich spannend ist und im Endeffekt vor allem der Alltag erzählt wird, so begleitet man die Protagonistin gerne und kann sich für jede Kleinigkeit begeistern. Man liebt und leidet mit ihr. Und man fiebert mit, ob sie endlich DAS perfekte Schokocookie-Rezept finden wird! Jenny Han schafft es spielerisch, mich mit ihren Figuren zu berühren. Ich fühle mich in Lara Jeans Welt einfach richtig wohl und aufgehoben.

Allerdings fand ich Lara Jean in manchen Dingen doch arg verklemmt und spießig. Sie ist für ihr jugendliches Alter beinahe schon ein Hausmütterchen, und in manchen Dingen musste ich wirklich den Kopf über sie schütteln, da das Verhalten eher zu einer 60jährigen Jungfer passt als zu einer 17jährigen. Und so ist es angenehm zu sehen, dass sie sich in diesem Band auch weiterentwickelt, endlich mehr aus sich herauskommt, Neues ausprobiert und offen wird für die Welt da draußen und die Möglichkeiten, die sich ihr bieten.

Margot, die älteste Schwester, mochte ich in diesem Band weniger. Sie ist etwas launisch und unfair gegenüber Trina, der neuen Partnerin ihres Vaters. Der Vater ist liebenswert, aber in manchen Dingen doch auch recht spießig. Erfrischend ist die kleinste der Song-Schwestern, Kitty, die richtig Biss hat und rotzfrech ist. Auch Trina bringt frischen Wind in die biedere Familie. Meine Lieblingsfigur – neben Lara Jean – ist jedoch ganz klar Peter, der kein besserer Partner sein könnte für Lara Jean, dem aber dennoch der Schalk im Nacken sitzt.

Wenn man es mal objektiv betrachtet, sind fast alle Figuren so sympathisch, so liebenswürdig, fast schon perfekt, dass es nahezu klebrig-süß wirkt. Das Wort „kitschig“ fällt sofort ein, und ganz ehrlich: Ja, die Bücher SIND kitschig. Und das mag nicht jeder. Aber für mich hat es gepasst, denn das Buch ist auf eine solch liebenswerte und angenehme Art kitschig, dass ich mich hier voll darauf einlassen konnte. Ich verstehe aber, wenn es Leser gibt, denen das einfach too much ist.

Das Ende ist zufriedenstellend, kam dann aber doch etwas abrupt. Z. B. hätte ich gerne etwas zur Korea-Reise gelesen. Die Geschichte ist an sich aber einigermaßen rund und stimmig abgeschlossen. Das High School-Kapitel schließt sich, das Collegeleben wird nach Ende dieses Bandes beginnen. Jenny Han lässt theoretisch Luft für eine Fortsetzung, betont aber im Nachwort, dass eine solche nicht geplant ist. So kann der Leser selbst entscheiden, wie es mit Lara Jean & Co. weitergehen könnte.

Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich das Buch sehr wehmütig zugeklappt habe, da ich die Trilogie um Lara Jean sehr gerne gelesen habe und sie mir jetzt schon ein bisschen fehlt.

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Dienstag, 3. April 2018

Buch-Zitat des Tages

https://www.hanser-literaturverlage.de/themen/jenny-han
aus: Always and forever, Lara Jean" von Jenny Han (S. 66f.)

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Peter beugt sich vor und schaut über das Wasser auf die Stadt. "Kannst du dir vorstellen, dass wir nach dem College hier wohnen? Wir könnten uns eine Wohnung in einem Wolkenkratzer suchen. Mit Portier und Fitnessraum."

"Ich möchte aber nicht in einem Hochhaus wohnen. Ich möchte ein Backsteinhaus im West Village. In der Nähe von einem Buchladen."

"Da werden wir uns schon einigen", meint er.

Ich beuge mich ebenfalls über die Dachkante. Der Gedanke, irgendwann in New York zu wohnen, ist mir noch nie gekommen. Vor der Reise war die Stadt für mich immer nur ein furchtbar einschüchternder Ort, für toughe Leute, die sich nicht davor fürchten, in der U-Bahn mit jemandem Streit zu bekommen, für Männer in Anzügen, ide an der Wall Street arbeiten, oder für Künstler, die in Lofts in Soho leben. Aber jetzt, wo ich hier bin, wirkt die Stadt gar nicht mehr so furchteinflößend, zumindest nicht, wenn Peter bei mir ist. Ich schaue verstohlen zu ihm. Ob das immer so ist? Man verliebt sich, und plötzlich mach einem gar nichts mehr Angst, und das Leben scheint aus unendlich vielen Möglichkeiten zu bestehen?

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Montag, 2. April 2018

Rezension: "Hurra, wir lieben noch!" von Margie Kinsky & Bill Mockridge

Daten zum Buch:
erschienen am: 11. September 2017
Verlag: Knaus
ISBN: 9783183507652
253 Seiten
Preis: 16,00 € (SC)
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Zum Inhalt:
Ganz Deutschland liebt das Powerpaar Bill Mockridge und Margie Kinsky. Die beiden Standup-Comedians füllen die Theater von Berlin bis Stuttgart und gehören zu den beliebtesten Gästen der Talkshows auf allen Kanälen. Bill Mockridge als Erich Schiller in der „Lindenstraße“ ist Legende, bei Margie Kinsky folgt Tournee auf Tournee und inzwischen gibt es die ganze Familie samt allen sechs (!) Söhnen als WDR-Sitcom „Die Mockridges – Eine Knallerfamilie“. Wie eine Ehe das alles aushält und wie es überhaupt dazu kam, davon erzählen Bill & Margie in ihrem ersten gemeinsamen Buch.
(Klappentext)

Meine Meinung:
Die meisten kennen Bill Mockdrigde vermutlich als "Erich Schiller" aus der Lindenstraße. Dabei war er schon lange davor als Schauspieler aktiv. So gründete er 1982 in Bonn das bis heute noch erfolgreiche Improvisationstheater "Springmaus". Und dort lernte er auch seine spätere Frau Margie Kinsky kennen, ebenfalls Schauspielerin und Kabarettistin. Zusammen haben sie sechs Söhne großgezogen, die allesamt im künstlerischen Bereich tätig sind. Einer ihrer wohlgeratenen Sprößlinge ist der bekannte Comedian Luke Mockridge.

Durch Zufall bin ich 2014 über Margie Kinskys Autobiographie "Ich bin so wild nach deinem Erdbeerpudding" gestolpert, die mir sehr gut gefiel. Ich kannte sie damals noch gar nicht, mochte aber ihren Humor auf Anhieb und schloss die ganze Familie ins Herz. Deshalb war es für mich klar, dass ich auch dieses Buch lesen möchte.

Nachdem also Margie und Bill jeweils eigene Bücher veröffentlicht hatten, haben sie hier nun zusammen zum Stift gegriffen und erzählen über ihr bewegtes Leben, vom ersten Kennenlernen über die Familiengründung bis zum Neubeginn zu zweit, nachdem alle Kinder flügge geworden sind. Sie sparen kein Thema aus und gewähren tiefe, intime Einblicke in ihr Familien- und Liebesleben.

Die beiden wechseln sich mit ihren Erzählungen ab und führen auch öfter Dialoge. Sie sprechen zudem den Leser direkt an, so dass man das Gefühl hat, dass sie ganz locker und ungezwungen bei einem Kaffeeklatsch miteinander quatschen und man daneben sitzt und genüsslich dem Schlagabtausch folgt. Dabei nehmen sie sich selbst so richtig auf die Schippe, sind jedoch auch selbstkritisch und einsichtig.

Einen besonderen Reiz macht hierbei aus, dass Margie und Bill nicht unterschiedlicher sein könnten. Hier die temperamentvolle, aufbrausende, shoppingsüchtige Großstadtpflanze, dort der ruhige, in sich gekehrte, gutmütige und naturliebende Holzfäller. Das sorgt natürlich für Reibereien, und doch klappt es einfach so einmalig gut mit den beiden, dass man nur neidisch sein kann. Bei all den Frotzeleien ist immer ganz deutlich die große Liebe zwischen den beiden zu spüren.

Ich habe das Ehepaar leider noch nie live auf der Bühne erlebt, aber TV-Auftritte der beiden sowie ihre Serie "Die Mockridges" gesehen. So konnte ich mir dank des lebendigen Schreibstils gut vorstellen, wie sie das Geschriebene erzählen und hatte richtig ihre Stimmen im Ohr und ihre Mimik und Gestik vor Augen.

Ich bin selbst schon länger in einer festen Beziehung und musste über so einiges schmunzeln und "Oh ja, das kenne ich!" denken. Und ich konnte auch ein bisschen was für mich mitnehmen und aus der Lebenserfahrung der beiden Autoren schöpfen. Ich glaube auch, dass das Buch besonders interessant für Paare ist, die ebenso wie die beiden nach dem Auszug der erwachsenen Kinder wieder traute Zweisamkeit neu erlernen müssen.

Aber generell kann ich es jedem ans Herz legen, der a) etwas über Beziehungen lernen, b) die beiden Künstler besser kennenlernen oder c) einfach nur mal wieder herzhaft lachen möchte. Denn egal, ob man dieses Buch als Autobiographie, Beziehungsratgeber oder was auch immer verstehen möchte: Es ist vor allem unterhaltsam, lustig und lebensbejahend, und man nimmt für sich garantiert die ein oder andere Lektion mit.

5 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an das Bloggerportal von Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Samstag, 24. März 2018

Neuzugänge

So langsam pendelt sich ein Zwei-Monats-Rhythmus bei meinen Neuzugänge-Posts ein. Eigentlich wollte ich das öfter machen, aber na ja, was soll's. ;-) Auf jeden Fall wird's mal wieder Zeit, meine neuen Bücherbabies vorzustellen.

Rezensionsexemplare


- Myriam Rawick, ">Mama sagt, dass selbst die Vögel nicht mehr singen< Mein Tagebuch Aleppo 2011-2017" (über das Bloggerportal von Randomhouse angefordert)
- Margie Kinsky & Bill Mockridge, "Hurra, wir lieben noch!" (über das Bloggerportal von Randomhouse angefordert)


Gewonnen


- Anna Paulsen, "Liebe M. du bringst mein Herz zum Überlaufen" (gewonnen auf "Claudias Bücherregal")


Gekauft


- Tania Kambouri, "Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin" (für 50 Cent beim Bücherflohmarkt der Stadtbücherei)
- Andreas Eschbach, "Aquamarin" (für 3,00 € bei Hugendubel)
- Joanne K. Rowling, "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" (für 50 Cent beim Bücherflohmarkt der Stadtbücherei)


Ertauscht


- Rüdiger Bertram, "Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit" (Tauschticket, 2 Tickets)
- Marieke Nijkamp, "54 Minuten - Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe" (TT, 2 Tickets)
- Götz Gercke, Aaron Grünblatt und der blinde Passagier aus Madras" (aus dem Tauschregal)
- Joyce Scott, "Unzertrennlich" (aus dem Tauschregal)
- Lori Nelson Spielman, "Nur einen Horizont entfernt" (TT, 1 Ticket)
- Andreas Izquierdo & Andreas Heckmann, "Dartpilots - Das Kultbuch für Zufallsreisende" (aus dem Tauschregal)
- Julia Claiborne Johnson, "Willkommen in der unglaublichen Welt von Frank Banning" (aus dem Tauschregal)
- Tania Mairhofer, "Schluss mit Muss" (TT, 3 Tickets)
- Claudia Rinke, "Die Braut - Radikal verliebt" (TT, 2 Tickets)
- Kester Schlenz, "Mutti baut ab - Wenn Eltern alt werden" (TT, 2 Tickets) 

Öhm ja, da habe ich mich doch mal wieder dezent zurückhalten können, oder? ;-) Wäre da irgendwas für euch dabei?

Samstag, 17. März 2018

1. Instawalk in der Stadtbücherei Würzburg

Instawalks sind mittlerweile eine recht beliebte Angelegenheit. In manchen Städten wie München finden sie ständig statt und finden eine große Resonanz. Wie es in Würzburg bislang damit aussah, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Die Stadtbücherei hat nun jedenfalls beschlossen, ihren eigenen ersten Instawalk am 11. März einzuläuten. Willkommen war jeder Instagrammer, der Interesse hatte.
 
Für diejenigen, die gar nicht so genau wissen, was ein Instawalk überhaupt ist: Das Wort setzt sich zusammen aus "Instagram" und "walk", also Spaziergang/Laufen. Es tummeln sich also Instagrammer auf einem Haufen, laufen irgendwo herum und machen davon Fotos - plump ausgedrückt. ;-)
 
Die Bilder, die während eines solchen Instawalks entstehen, werden mit einem bestimmten Hashtag versehen und auf Instagram hochgeladen. In unserem Fall war der Hashtag
 
#instabüwalk
 
An und für sich nutze ich Instagram erst seit Kurzem und nur privat. Aber als Buchbloggerin fand ich die Idee natürlich cool, verborgene Winkel einer großen Stadtbücherei zu erkunden. Also meldete ich mich an.
 
Am Sonntag um 13 Uhr kamen dann also über 20 Instagrammer in der an diesem Tag natürlich eigentlich geschlossenen Stadtbücherei zusammen. Viele von ihnen waren richtig gut mit Kameraausrüstung ausgestattet, während ich tatsächlich nur meine lumpige Handykamera nutzte. Da sieht man mal, wer ein echter Instagrammer ist...
 
Die Spannung steigt!
Begrüßt und geführt wurden wir von Simone, Bloggerin von "Papiergeflüster" und Bibliotheksmitarbeiterin, sowie ihrer Kollegin Daniela. In zwei Gruppen aufgeteilt, erkundeten wir dann viele Ecken der Stadtbücherei, die man sonst als normaler Bibliotheksbesucher nicht zu sehen bekommt. 
 
Zuerst ging es in den Keller, in dem ich am liebsten vom Regal mit den für den nächsten Bücherflohmarkt vorgesehenen Büchern geklaut hätte (Nur fürs Protokoll: Ich hab es nicht getan!). Danach ging es querfeldein über das Treppenhaus in diverse Büros und Bibliotheksräume. Besonders schön war die Aussicht aus einigen Büros direkt auf den Marktplatz und die benachbarte Marienkapelle. Ich persönlich bin ja schon seit vielen Jahren Mitglied der Bücherei, aber einige Anwesende waren tatsächlich zum ersten Mal in diesen heiligen Hallen.
 
Im Keller der Stadtbücherei.

Viele Bücher haben leider keinen Platz in den öffentlich zugänglichen Räumen gefunden.

Wanddeko anlässlich der Jugendbuchwochen

Ausblick auf den Marktplatz

Auf der Dachterrasse

"Geburtstagskuchen" - der würde mir auch gefallen? ;-) Ist auch garantiert kalorienfrei!
Nach dem circa eineinhalbstündigen Rundgang gab es noch im Bib-Cafè ein nettes Come Together mit Getränken und Snacks, wo man sich mit den anderen Teilnehmern austauschen konnte, und so gegen 15 Uhr klang die Veranstaltung dann langsam aus.
 
Ich fand es auf jeden Fall echt interessant und bedanke mich herzlich bei dem Team der Stadtbücherei für diese Veranstaltung! Ich bin sicher, dass das nicht der letzte Instabüwalk war und kann ihn nur jedem ans Herz legen.
 
Wie gesagt sind meine Bilder jetzt nicht so der Brüller von der Qualität her. Weitere Bilder findet ihr auf Instagram unter dem Hashtag #instabüwalk.

Mittwoch, 14. März 2018

Rezension: "Tod am Deich" (Kripo Greetsiel ermittelt 1) von Ulrike Busch

Daten zum Buch:
erschienen am: 3. März 2017
Verlag: Klarant
ISBN: 9783955735852
200 Seiten
Preis: 11,99 € (TB)
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Zum Inhalt:
Kommissar Tammo Anders erhält Verstärkung. Die attraktive Profilerin Fenna Stern soll zukünftig das Ermittlerteam im beschaulichen Greetsiel verstärken. Und noch bevor die neue Kollegin sich vorstellen kann, gibt es auch schon den ersten Mordfall. Denn ausgerechnet Tammo stolpert beim Spaziergang am Greetsieler Deich über die Leiche des bekannten Teehändlers Folkert Petersen.

Zeitgleich wird der zwielichtige Enno Duwe wieder im Dorf gesichtet. Dieser war vor 25 Jahren zusammen mit Tina Petersen, der Tochter des Toten, verschwunden. So ziemlich jeder Einwohner Greetsiels ist schlecht auf Enno zu sprechen, und auch Tammo hegt einen persönlichen Groll gegen den Hauptverdächtigen.

Meine Meinung:
Ulrike Busch hat ein Faible für die friesischen Inseln und veröffentlicht neben der „Kripo Greetsiel“-Reihe, die in Ostfriesland angesiedelt ist, auch noch eine weitere Krimireihe, die "Kripo Wattenmeer", die in Nordfriesland spielt. 

Ich hatte vor Kurzem direkt mit dem dritten Band „Mordsleben“ angefangen. In diesem Band (Achtung, Spoiler!) sind die beiden Kommissare Tammo Anders und Fenna Stern seit Kurzem ein Liebespaar, und der aktuelle Fall wurde für mich ein bisschen davon überschattet, dass Tammo eigentlich keinen rechten Bock auf seine Arbeit hat und lieber Zeit mit seiner Freundin verbringen will. Deshalb wollte ich die Kommissare besser und vor allem von Anfang an kennenlernen und beschloss, die Reihe von vorne zu beginnen. Die Bände sind aber natürlich unabhängig voneinander lesbar und in sich abgeschlossen. 

Leider hat sich mein erster Eindruck von Tammo (noch) nicht geändert. Ich finde ihn unsympathisch, er ist mir zu launisch und unmotiviert. Ja, er hat schon das Herz am rechten Fleck, und gegenüber Fenna reißt er sich auch meist am Riemen. Und in diesem Fall hat er auch wirklich Gründe für seine Abneigung gegenüber dem Hauptverdächtigen Enno Duwe. Aber als Kommissar finde ich ihn eher nervig. Da ist mir Fenna schon viel sympathischer.

Dies ist nun insgesamt der fünfte Krimi, den ich von dieser Autorin lese, und von daher kann ich mich nur wiederholen: Ich mag ihren Schreibstil sehr. Er lässt sich flüssig lesen, ist lebendig, kurzweilig und fängt den Charme Norddeutschlands gut ein. 

Die Kriminalfälle haben meist ein hohes Aufgebot an Figuren (Verdächtige, Opfer, Zeugen), und selbst die kleinsten Nebenrollen werden liebevoll ausgearbeitet. Blut und Action sind hier Mangelware, dafür steht die Ermittlungsarbeit im Vordergrund. Durch ständig wechselnde Perspektiven erhält der Leser nach und nach neue Teile für das Krimi-Puzzle. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht der typische Krimileser bin, aber mir fällt es bei Buschs Fällen tatsächlich immer schwer, den wahren Täter ausfindig zu machen. Dafür bietet sie zu viele potentielle Täter und Motive. Und das ist ja das Spannende an der Sache. Und auch in "Tod am Deich" ist es mir wieder passiert, dass ich am Schluss mal so ziemlich jeden verdächtigt habe und mir bis zur Aufklärung immer noch nicht sicher war. 

Was mir bei jedem ihrer Krimis auffällt: Ulrike Busch scheint über einen unendlichen Fundus an norddeutschen Namen für ihre Figuren zu verfügen, die ich vorher noch nie gehört habe. Und sie macht mir immer wieder Lust darauf, doch mal einen Urlaub auf den friesischen Inseln zu verbringen. Hoffentlich stolpere ich aber dabei nicht über eine Leiche…

4 von 5 Schreiberpaletten

Vielen Dank an Ulrike Busch für dieses Rezensionsexemplar!